FAQ: Freistellungsauftrag

1. Was ist ein Freistellungsauftrag?

Ein Freistellungsauftrag für Kapitalerträge (FSA) ist in Deutschland die Anweisung eines Steuerpflichtigen an ein Unternehmen, von dem er Kapitalerträge erhält, diese Kapitalerträge vom automatischen Steuerabzug (Abgeltungsteuer, früher Zinsabschlag) freizustellen (§ 44a EStG). Wird kein solcher Auftrag erteilt oder sind die Kapitalerträge höher als der Sparerpauschalbetrag, führt das Kreditinstitut vom übersteigenden Betrag 25% Einkommensteuer (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) an das Finanzamt ab. Die Höhe des Freistellungsauftrages ist auf die Höhe des Sparerfreibetrages beschränkt. 

Für einen Genosse / Mitglied bei der LEW BürgerEnergie eG und / oder den Darlehensgeber der LEW BürgerEnergie eG bedeutet dies, dass bei Erteilung eines Freistellungsauftrages an die LEW BürgerEnergie eG diese die pauschale Abgeltungssteuer in Höhe von 25% der Zinszahlungen nicht an das zuständige Finanzamt abführt. Dabei ist zu beachten, dass der Betrag für den Freistellungsauftrag ausreichend hoch gewählt ist.

Beispiel:
Höhe des Freistellungsauftrages: 100,00 €; Höhe der Zinszahlung der LEW BürgerEnergie eG an Sie: 250,00 €; hier muss die LEW BürgerEnergie eG eine pauschale Abgeltungssteuer von 25% aus den nicht vom Freistellungsauftrag umfassten 150,00 € abführen.
Überprüfen Sie daher vorab, in welcher Höhe Sie der LEW BürgerEnergie eG einen Freistellungsauftrag erteilen sollten und können.

2. Wie hoch ist mein Freibetrag / Sparer-Pauschalbetrag?

Der gesamte Freistellungsbetrag kann auf mehrere Unternehmen/Kreditinstitute aufgeteilt werden. Die Summe aller erteilten Freistellungsaufträge ist auf den Sparer-Pauschalbetrag begrenzt. Auf die optimale und korrekte Verteilung haben Sie selbst zu achten.

Der Sparer-Pauschalbetrag beläuft sich auf:

  • 801 Euro für Alleinstehende und
  • 1.602 Euro für Verheiratete
3. Wer darf einen Freistellungsauftrag erteilen?

Ein Freistellungsauftrag kann nur für Privatpersonen erteilt werden. Für Firmen und beispielsweise Erbengemeinschaften ist es nicht möglich, einen Freistellungsauftrag zu erteilen.

4. Wie lange ist ein Freistellungsauftrag gültig?

Freistellungsaufträge sind jeweils für ein Jahr gültig. Sie können während dieses Zeitraums beliebig oft geändert oder angepasst werden, gültig bleibt jedoch der jeweils letzte Auftrag. Stichtag für die letzte Berücksichtigung ist spätestens der letzte Bankarbeitstag, üblicherweise der 28. Dezember eines jeden Jahres. 

Sofern im Antragsformular die Checkbox „so lange, bis Sie einen anderen Auftrag von mir/uns erhalten“ aktiviert ist, nehmen wir Ihren Freistellungsauftrag unbefristet bis auf Widerruf an. Die angegebenen Summen gelten bis zu einer Änderung oder Löschung. Selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Freistellungsauftrag vorab zu befristen, indem ein explizites Enddatum eingetragen wird. 

Maßgeblich für den angegebenen Gültigkeitszeitraum ist immer der Stichtag der Zinszahlung der LEW BürgerEnergie eG an Sie. Das bedeutet, dass bei einer Zinsauszahlung an Sie Anfang eines Jahres für das Jahr, in dem die Zinszahlung erfolgt, ein entsprechender Freistellungsauftrag vorliegen muss. 

Jeder Freibetrag ist immer für die Erträge des gesamten Jahres gültig. Bei Änderungen des Freibetrages werden vorher erteilte Freibeträge ungültig. Der tatsächlich genutzte Freibetrag wird an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet. Bei der Erteilung eines Freistellungsauftrages für das folgende Jahr werden bei dem Freistellungsauftrag des laufenden Jahres die Gültigkeitszeiträume für die Darlehensnummern automatisch auf den 31.12. des laufenden Jahres begrenzt.

5. Was muss ich bei dem Freistellungsauftrag ausfüllen?

Neben den wichtigen personenbezogenen Daten, d.h. wer den Freistellungsauftrag erteilt, müssen Sie angeben, ob der Freistellungsauftrag erstmals erteilt wird oder ob es sich um einen Änderungsantrag handelt. Weiterhin ist anzugeben, ob der Freistellungsauftrag in voller Höhe des Sparer-Pauschalbetrages oder in einer geringeren, von ihnen mitzuteilenden Höhe zu erfolgen hat. Ferner haben Sie anzugeben, für welchen Zeitraum die Freistellung erfolgen soll.

Wichtig:
Seit 2001 muss bei Freistellungsaufträgen immer die Steuer-Identifikationsnummer angegeben werden. Diese ist jedem Steuerpflichtigen in Deutschland in 2008 vom Bundeszentralamt für Steuern zugewiesen und mitgeteilt worden. Auch das Geburtsdatum ist ein Pflichtfeld auf dem Freistellungsauftrag.

Bitte vergessen Sie nicht, den Freistellungsauftrag zu unterschreiben.

6. Was muss ich bei meiner Einkommenssteuererklärung beachten?

Die Abgeltungsteuer ist eine Form der Einkommensteuer. Für Ihre Zinseinnahmen aus dem Darlehensvertrag mit der LEW BürgerEnergie eG hat der Einbehalt der Abgeltungsteuer – ihr Name sagt es – grundsätzlich abgeltende Wirkung. Daher müssen Sie diese Zinseinnahmen nicht bei Ihrer Einkommenssteuererklärung mit angeben.

 Liegt Ihr persönlicher Steuersatz über 25%, so ändert dies nichts an der Tatsache, dass Sie die Zinseinnahmen nicht in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben müssen. Mit der pauschalen Abgeltungssteuer, die von der LEW BürgerEnergie eG an das Finanzamt abgeführt wurde, ist alles erledigt. 

Liegt Ihr persönlicher Steuersatz aber unter 25%, macht es Sinn, die Zinseinnahmen aus dem Darlehen mit der LEW BürgerEnergie eG in Ihrer Einkommenssteuererklärung aufzunehmen, da in derartigen Fällen durch eine Antragsveranlagung beim Finanzamt eine Erstattung des Differenzbetrages zwischen individueller Steuer und einbehaltener Abgeltungsteuer beantragt werden kann. Sie erhalten in diesem Fall die durch die Abgeltungssteuer zu viel gezahlte Steuer von Ihrem Finanzamt zurückerstattet.

7. Freistellungsaufträge bei Verträgen mit Zweitinhabern

Bitte beachten Sie, dass ein Freistellungsauftrag nur gemeinsam von Ehegatten erteilt werden kann. Für gemeinsame Zeichner, die keine Ehegatten sind, kann daher leider kein Freistellungsauftrag berücksichtigt werden. Die Steuer kann in diesem Fall nur im Zuge der Einkommenssteuererklärung zurückgefordert werden, sofern der Sparer-Pauschalbetrag nicht überschritten wurde.

8. Gilt für Kinder ein eigenes Freistellungsvolumen?

Kapitalerträge von minderjährigen Kindern sind in den Sparer-Pauschalbetrag der Eltern nicht einzurechnen. Für sie kann jeweils ein gesonderter Freistellungsauftrag bis zu einer Höhe von 801 € erteilt werden.